3 Tage in Istanbul: Notizen von meiner Reise
Autorin: Elena Martin — Spanien | 15. September 2025
Bei diesem Besuch hatte ich drei Tage für Istanbul. Das reichte nicht, um die ganze Stadt kennenzulernen, hinterließ aber Erinnerungen, die ich mit ihren Straßen verbinde: eine nach einem Gespräch gekaufte Kaffeetasse, Tee auf der Fähre und die Farben über der Galatabrücke. Dies sind Notizen von meiner Reise.
Tag 1: Sultanahmet, Großer Basar und Galata
Ich erreichte den Sultanahmet-Platz früh, als noch wenige Besucher dort waren. Vor der Hagia Sophia blieb ich eine Weile stehen. Drinnen hielten mich das gedämpfte Licht und die Mosaiken fest; für einige Minuten schloss ich die Augen. Gegenüber zog ich in der Blauen Moschee die Schuhe aus und betrachtete das Licht auf den blauen Fliesen. Sie erinnerten mich an die Märchenpaläste meiner Kindheit.
Im Großen Basar führten mich Seidenschals, kupferne Kaffeekännchen und Stimmen durch die engen Gänge. Ein Händler erzählte, sein Vater habe den Laden besessen und er sei hier aufgewachsen. Ich kaufte eine kleine Kaffeetasse zur Erinnerung an das Gespräch. Später trank ich in einem versteckten Café türkischen Kaffee; nebenan rauchte ein älterer Mann Wasserpfeife, in der Nähe spielten Kinder.
Ich ging durch Straßen mit Cafés und Musikern Richtung Galata. Am Turm angekommen, ging die Sonne unter. Ich stieg nicht hinauf: In der Nähe zu sitzen, die Möwen und den goldroten Himmel zu beobachten, genügte mir.
Zum Abendessen fand ich ein kleines Fischrestaurant in Karaköy. Zwei Studenten am Nebentisch besprachen ihre erste Istanbul-Reise. Ich bestellte Fisch, Salat und ein kaltes Bier und schaute durch das Fenster auf die belebte Straße. Im Hotel war ich müde, doch Licht, Düfte und Gespräche des Tages blieben mir im Kopf.
Tag 2: Über den Bosporus und zurück
In Eminönü kaufte ich ein warmes Simit und Tee, bevor ich die Fähre nach Üsküdar nahm. Möwen folgten uns und fingen die Stücke, die ich ihnen zuwarf. Schiffshorn, salzige Luft und Teedampf prägten meinen Morgen. In Üsküdar saß ich am Wasser mit Blick auf den Mädchenturm und beobachtete Angler, Spaziergänger und das europäische Ufer.
Nach Kuzguncuk ging ich zu Fuß. Bunte Holzhäuser, Kletterpflanzen und kleine Cafés wirkten anders als die Orte vom Vortag. Eine ältere Frau lächelte und erzählte, das Viertel habe sich verändert, sei aber noch friedlich. In einem Garten unter Feigenbäumen aß ich Olivenölgerichte und warmes Brot, dazu gab es Limonade. Um mich herum hörte ich Kinder und Nachbarschaftsgespräche.
Nach Kuzguncuk kehrte ich auf die europäische Seite nach Beşiktaş zurück und besuchte den Dolmabahçe-Palast. Kristalllüster, vergoldete Decken und große Säle bildeten einen starken Gegensatz zum Mittagessen im Garten. Hinter den Fenstern glänzte der Bosporus.
In Ortaköy kaufte ich Kumpir, eine Ofenkartoffel mit verschiedenen Füllungen, und aß am Wasser mit Blick auf die Brücke. Neben dem belebten Platz stand die Moschee; junge Leute spielten Gitarre und sangen.
Den Abend verbrachte ich rund um Taksim und İstiklal und ging in eine kleine Meyhane. Meze, Raki und Wein standen auf den Holztischen, im Hintergrund erklangen alte türkische Lieder. Als ich gegen Mitternacht aufbrach, waren noch Simit- und Blumenverkäufer unterwegs. Ich ging müde, aber lächelnd ins Hotel zurück.
Tag 3: Nişantaşı, Gegenwartskunst und Balat
Mein letzter Morgen begann in einem Nişantaşı-Café mit leisem Jazz, Orangensaft und einem warmen Croissant. Ein Paar am Nachbartisch arbeitete an Laptops und scherzte mit dem Kellner. Durch das Fenster beobachtete ich einen anderen Rhythmus der Stadt.
Im Istanbul Modern zeigten große Leinwände, digitale Installationen und Fotografien eine weitere Seite Istanbuls. Drinnen war Kunst, draußen der Bosporus. Dort fand ich eine ruhige Pause.
In Balat ging ich zwischen bunten Häusern, Treppen mit spielenden Kindern und Wäsche an Balkonen entlang. Ein Cafébesitzer brachte Kaffee mit Lokum und meinte, Balat lasse sich nicht allein auf Fotos festhalten: Man müsse sitzen und zuhören. Die Stimmen um mich herum erklärten, was er meinte.
Später kehrte ich nach Eminönü zurück, vorbei an Anglern sowie Kastanien- und Maisverkäufern. Im Gewürzbasar roch es nach Zimt, Nelken und Safran. Ich kaufte Gewürze und Lokum; ein kleiner Safranbeutel wurde zur weiteren Erinnerung.
Zum Sonnenuntergang überquerte ich nochmals die Galatabrücke. Hinter den Moscheensilhouetten war der Himmel orange und violett, die Angler standen noch am Wasser. Ich blieb stehen und hörte Möwen, Menschen und Wellen. Drei Tage hatten mir nicht alles gezeigt, aber viele Gründe zum Wiederkommen gegeben.